Ein Bauernhaus in Oberrieden, giebelständig, drei Geschosse Sichtfachwerk mit Klappläden, dahinter ein Ökonomieteil, der zu Wohnraum werden soll. Genau die Konstellation, die in der Schweiz immer häufiger vorkommt: Landwirtschaftliche Nutzung fällt weg, das Gebäude bleibt – und soll weiterleben.
Die Schwierigkeit liegt nicht in der Fassade allein, sondern in der gewachsenen Geometrie dahinter. Fachwerkbauten wurden nie mit rechten Winkeln und einheitlichen Rastermassen gebaut – jeder Ständer, jede Strebe sitzt dort, wo sie vor Jahrhunderten gesetzt wurde. Wer hier umbauen will, ohne den Charakter zu verlieren, braucht eine Bestandsgrundlage, die diese Unregelmässigkeit exakt abbildet – nicht schematisiert.
VDE hat das Gebäude von 263 Scanpositionen aus vollständig erfasst und im hauseigenen Modellierungszentrum in 342 Stunden zu einem vollständigen 3D CAD Modell aufgebaut: Dachstuhl mit Sparren, Kehlbalken und Verstrebungen, alle Geschosse mit Sanitär- und Küchenausbau, das freigelegte Holzskelett im Gebäudekern, bis hinunter zu Kellerräumen und Technikschacht. Jede Ebene modelliert, jede Ebene bemassbar.
Das Ergebnis: Eine Planungsgrundlage, die zeigt, wie das Haus tatsächlich steht – innen wie aussen. Für Architekt, Zimmermann und Bauherrschaft heisst das: keine Überraschungen während der Bauphase, keine Rückfragen vor Ort.
Was mich an solchen Projekten reizt: Man arbeitet nicht gegen die Bausubstanz, sondern mit ihr. Und genau dafür braucht es zuerst die richtigen Daten – vom Dachfirst bis zum Keller.
Ein Bauernhaus in Oberrieden, giebelständig, drei Geschosse Sichtfachwerk mit Klappläden, dahinter ein Ökonomieteil, der zu Wohnraum werden soll. Genau die Konstellation, die in der Schweiz immer häufiger vorkommt: Landwirtschaftliche Nutzung fällt weg, das Gebäude bleibt – und soll weiterleben.