Vermessung eines Durchgangshauses in der Basler Altstadt: Wenn ein Gebäude zwei Gesichter hat
Von der Rheingasse aus sieht man eine schmale Fassade zwischen den Nachbarhäusern. Wer nicht weiss, dass das Gebäude bis zum Oberen Rheinweg reicht, unterschätzt seine Grösse komplett. Genau das macht Häuser in der Kleinbasler Altstadt so anspruchsvoll für die Vermessung: Sie sind Produkt einer mittelalterlichen Parzellenstruktur mit schmaler Front und grosser Tiefe – gebaut auf Hofstätten, die einst bis zur nächsten Quergasse reichten.
Für ein solches Gebäude an der Rheingasse 84 / Oberer Rheinweg 79 hat VDE die Bestandsvermessung und 3D-Modellierung direkt in der Zeichnungsvorlage des Architekten übernommen.
Erfasst wurde das Gebäude mit dem Riegl-Laserscanner: 253 Scanpositionen innen und aussen, um sowohl die Raumfolgen als auch die Fassaden zur Rheingasse und zum Oberen Rheinweg lückenlos abzudecken. Die Auswertung erfolgte in ArchiCAD, wo die Punktwolke zu einem hochpräzisen 3D-Modell aufbereitet wurde.
Für die Planer bedeutet das: ein Bestandsmodell, das nicht nur geometrisch stimmt, sondern auch mit der übergeordneten Planungsgrundlage des Kunden übereinstimmt – Grundlage für alle weiteren Entscheide zu Umbau, Nutzung oder Erhalt der historischen Bausubstanz.
Was dieses Projekt zeigt: Bei Altstadthäusern mit Handtuchparzellen reicht ein Blick auf die Fassade nie aus, um das Gebäude zu verstehen. Erst die vollständige Vermessung macht sichtbar, was hinter der schmalen Front tatsächlich steckt.
Vermessung eines Durchgangshauses in der Basler Altstadt: Wenn ein Gebäude zwei Gesichter hat