Wie entwickelt sich die Gebäudevermessung in den nächsten Jahren? Welche Rolle spielen mobiles Laserscanning, LiDAR, Drohnen, künstliche Intelligenz und automatisierte Auswertungen? Genau diese Fragen standen an der INTERGEO 2026 in München im Mittelpunkt. Für uns von der VDE Villa Digital Engineering AG war die Messe deshalb besonders spannend. Denn 3D-Laserscanning, Punktwolken, digitale Bestandsaufnahmen und die Weiterverarbeitung zu 2D-Plänen, 3D-CAD- und BIM-Modellen gehören zu unserem täglichen Geschäft.
Und dieses Jahr begann unser Besuch ziemlich passend: direkt aus der Praxis.
Am 14. September 2026 ging es für meinen Kollegen Seenujan und mich nach einem intensiven Vermessungstag direkt Richtung München. Am selben Tag hatten wir gemeinsam mit unserem Team noch ein anspruchsvolles Bestandsgebäude vermessen. Vier Personen, ein grosses Objekt und viele Stunden präziser Vermessungsarbeit. Kurz gesagt:
Zuerst Gebäudevermessung in der Praxis – danach die neuesten Entwicklungen der Vermessungsbranche auf der INTERGEO.
Genau diese Kombination machte den Messebesuch für uns besonders interessant. Viele Technologien, die auf der INTERGEO präsentiert werden, beschäftigen uns bei VDE täglich in realen Kundenprojekten.
Die INTERGEO zeigt jedes Jahr, wie schnell sich die Welt der Vermessung und digitalen Datenerfassung weiterentwickelt. Vermessung findet heute längst nicht mehr nur mit klassischen Messinstrumenten vom Boden aus statt.
3D-Daten können mittlerweile auf unterschiedlichsten Wegen erfasst werden:
Gleichzeitig werden Laserscanner, LiDAR-Sensoren und Kamerasysteme immer kompakter und leistungsfähiger. Die zweite grosse Entwicklung findet in der Software statt: Punktwolken können schneller verarbeitet, automatisch klassifiziert und zunehmend mit intelligenten Algorithmen ausgewertet werden. Das Ziel bleibt aber dasselbe: aus der Realität eine zuverlässige digitale Planungsgrundlage zu erstellen.
Bei VDE beschäftigen wir uns schweizweit täglich mit der digitalen Erfassung bestehender Gebäude, Anlagen und Areale. Mit modernen 3D-Laserscannern erfassen wir die vorhandene Gebäudestruktur präzise und erstellen daraus hochauflösende 3D-Punktwolken.
Diese Messdaten bilden anschliessend die Grundlage für unterschiedliche digitale Planungsunterlagen:
Gerade bei Umbauten, Sanierungen und komplexen Bestandsgebäuden ist eine präzise Datengrundlage entscheidend. Denn Pläne zeigen häufig den ursprünglich geplanten Zustand eines Gebäudes. Die Punktwolke zeigt dagegen den tatsächlich vorhandenen Zustand zum Zeitpunkt der Vermessung.
Der Laserscanner ist für uns nicht einfach ein Messgerät. Er ist der Ausgangspunkt eines durchgängigen digitalen Workflows: Gebäudevermessung → 3D-Laserscanning → Punktwolke → Qualitätskontrolle → 2D-Plan oder 3D-Modell → BIM Je effizienter und zuverlässiger die Datenerfassung funktioniert, desto besser können auch die nachfolgenden Arbeitsschritte organisiert werden. Neue Technologien sind deshalb besonders interessant, wenn sie nicht nur auf einer Messe beeindrucken, sondern in realen Projekten einen Mehrwert schaffen.
Für uns stellen sich dabei immer dieselben Fragen:
Wie präzise sind die Daten?
Wie zuverlässig funktioniert das System im Alltag?
Wie effizient lässt es sich in bestehende Workflows integrieren?
Und vor allem: Welchen konkreten Nutzen hat die Technologie für unsere Kunden?
Ein besonderer Schwerpunkt unseres Messebesuchs war der Stand von RIEGL. VDE arbeitet seit vielen Jahren mit terrestrischen Laserscannern von RIEGL. Entsprechend spannend war es für uns, die neuesten Entwicklungen direkt vor Ort anzusehen und selbst auszuprobieren. Besonders interessant war das kinematische Laserscanning. Dabei wird der Laserscanner nicht nur stationär von einzelnen Scanpositionen aus eingesetzt. Während sich das System bewegt, werden kontinuierlich 3D-Daten erfasst.
Damit lassen sich je nach Anwendung grössere Bereiche schnell und flexibel digitalisieren.
Natürlich wollten wir nicht nur darüber sprechen, sondern die Technologie selbst ausprobieren. Mit einem entsprechenden Tragesystem konnten wir erleben, wie ein terrestrischer Laserscanner für eine mobile beziehungsweise kinematische Datenerfassung eingesetzt werden kann. Der Unterschied zur klassischen statischen Aufnahme ist deutlich. Beim traditionellen terrestrischen Laserscanning wird der Scanner positioniert, misst seine Umgebung und wird anschliessend zur nächsten Position verschoben.
Beim kinematischen Scanning erfolgt die Datenerfassung dagegen während der Bewegung. Für bestimmte Anwendungen kann dies interessante Vorteile bieten, beispielsweise bei:
Für uns ist dabei besonders interessant, wie sich solche Technologien künftig mit der hohen Präzision und Qualität kombinieren lassen, die unsere Kunden von einer professionellen Gebäudevermessung erwarten.
Ein klarer Trend der INTERGEO 2026 war die zunehmende Mobilität der Messsysteme. Sensoren werden kleiner. Rechenleistung steigt. GNSS-, IMU-, Kamera- und LiDAR-Systeme lassen sich immer stärker miteinander kombinieren. Dadurch entstehen neue Möglichkeiten für die dreidimensionale Erfassung unserer Umgebung. Trotzdem wird die klassische hochpräzise terrestrische Gebäudevermessung nicht einfach verschwinden. Vielmehr werden sich verschiedene Technologien ergänzen.
Je nach Aufgabenstellung kann die optimale Lösung künftig aus einer Kombination aus stationärem Laserscanning, mobilem Mapping, Drohnenaufnahmen, Photogrammetrie und weiteren Sensoren bestehen. Entscheidend ist am Ende nicht, welche Technologie eingesetzt wurde. Entscheidend ist, ob die daraus erzeugten Daten zuverlässig genug für die weitere Planung sind.
Die reine Datenerfassung ist nur ein Teil des Prozesses. Ein moderner Laserscanner kann innerhalb kurzer Zeit enorme Mengen an Messpunkten erfassen. Doch Millionen oder Milliarden Punkte allein sind noch keine fertige Planungsgrundlage. Die eigentliche Wertschöpfung beginnt danach. Punktwolken müssen registriert, kontrolliert, georeferenziert und anschliessend fachgerecht ausgewertet werden. Je nach Kundenanforderung entstehen daraus beispielsweise:
2D-CAD-Pläne
Grundrisse, Schnitte und Fassaden als Grundlage für Umbau, Sanierung oder Dokumentation.
3D-CAD-Modelle
Geometrisch präzise Gebäudemodelle für Architekten, Planer und Ingenieure. BIM-Modelle
Strukturierte Gebäudemodelle mit Bauteilen und zusätzlichen Informationen für digitale Planungsprozesse. Genau diese Verbindung zwischen moderner Datenerfassung und professioneller Modellierung ist für uns bei VDE entscheidend.
Auch künstliche Intelligenz und automatisierte Datenauswertung werden in der Vermessungsbranche zunehmend wichtiger. Software kann heute bereits bestimmte Strukturen in Punktwolken erkennen, Daten klassifizieren und einzelne Arbeitsschritte automatisieren. Diese Entwicklung wird weitergehen. Für die Gebäudevermessung bedeutet das allerdings nicht, dass Erfahrung und Fachwissen überflüssig werden.
Gerade bei bestehenden Gebäuden treffen wir täglich auf Situationen, die nicht standardisiert sind: schiefe Wände, historische Konstruktionen, Umbauten, verdeckte Bauteile oder komplexe technische Anlagen. Automatisierung kann dabei helfen, Prozesse effizienter zu gestalten. Die fachliche Beurteilung der Daten und die Qualitätskontrolle bleiben jedoch entscheidend.
Bei all der Technik kam auch der Spass auf der INTERGEO nicht zu kurz. Bei einer kleinen Herausforderung konnten wir unser Können beim Tore schiessen unter Beweis stellen – allerdings nicht auf einem ganz normalen Fussballfeld, sondern mit einigen zusätzlichen Hindernissen. Eigentlich ziemlich passend zur Vermessung. Auch dort führt der direkte Weg nicht immer ans Ziel. Die Herausforderung haben wir jedenfalls gemeistert und am Ende sogar noch ein kleines Geschenk mit nach Hause genommen.
Ein weiterer Höhepunkt unseres Besuchs war der gemeinsame Abend mit RIEGL. Wir von VDE wurden zusammen mit unserer Partnerfirma OLIG zum Friends & Talk eingeladen. Nach einem intensiven Messetag bot sich bei einem gemeinsamen Abendessen die Gelegenheit für interessante Gespräche, neue Kontakte und einen persönlichen Austausch mit Menschen aus der Vermessungsbranche. Gerade dieser Austausch ist für uns ein wichtiger Teil einer Messe.
Denn bei aller Technologie geht es letztlich immer auch um Menschen: um Erfahrungen aus realen Projekten, neue Ideen, Zusammenarbeit und die Frage, wie wir unsere Branche gemeinsam weiterentwickeln können.
Natürlich durfte bei unserem Besuch auch München selbst nicht fehlen. Zwischen Messe, Technik und Gesprächen blieb etwas Zeit für einen Rundgang durch die historische Altstadt. Der Kontrast könnte kaum grösser sein: Auf der einen Seite moderne LiDAR-Sensoren, 3D-Laserscanner, Drohnen, BIM, künstliche Intelligenz und digitale Zwillinge. Auf der anderen Seite jahrhundertealte Gebäude und historische Architektur. Und eigentlich beschreibt genau dieser Gegensatz einen grossen Teil unserer täglichen Arbeit bei VDE.
Wir erfassen bestehende Gebäude mit modernster Vermessungstechnologie und überführen die reale Bausubstanz in eine digitale Form, die für zukünftige Umbauten, Sanierungen und Planungen genutzt werden kann.
Die INTERGEO 2026 hat erneut gezeigt, wie dynamisch sich die Vermessungsbranche entwickelt. Laserscanner und LiDAR-Sensoren werden leistungsfähiger und mobiler. Unterschiedliche Sensorsysteme wachsen immer stärker zusammen. Software übernimmt zunehmend automatisierte Arbeitsschritte und künstliche Intelligenz eröffnet neue Möglichkeiten bei der Verarbeitung grosser Datenmengen. Für VDE ist diese Entwicklung besonders spannend.
Wir beschäftigen uns täglich mit der Frage, wie sich bestehende Gebäude und Anlagen möglichst präzise, effizient und vollständig digital erfassen lassen. Unser Anspruch bleibt dabei unabhängig von der verwendeten Technologie derselbe: Aus der Realität verlässliche digitale Planungsgrundlagen schaffen. Von der Gebäudevermessung über die Punktwolke bis zu 2D-Plänen, 3D-CAD-Modellen und BIM-Modellen. Die INTERGEO zeigt uns, was heute möglich ist und welche Technologien morgen Teil unseres Arbeitsalltags sein könnten.
München 2026: viele neue Eindrücke, spannende Gespräche, neue Technologien und jede Menge Ideen für die Zukunft der digitalen Gebäudevermessung.
Die INTERGEO ist eine internationale Fachmesse und Konferenz für Geodäsie, Geoinformation und Landmanagement. Im Mittelpunkt stehen unter anderem Vermessungstechnologien, Laserscanning, LiDAR, Drohnen, Mobile Mapping, Software und digitale Geodaten.
Beim 3D-Laserscanning wird die sichtbare Geometrie eines Gebäudes oder Objekts berührungslos erfasst. Der Laserscanner misst eine grosse Anzahl einzelner Punkte und erzeugt daraus eine dreidimensionale Punktwolke.
Eine Punktwolke besteht aus Millionen oder Milliarden räumlich erfasster Messpunkte. Sie bildet den tatsächlich vorhandenen Zustand eines Gebäudes oder Objekts dreidimensional ab und dient als Grundlage für 2D-Pläne, 3D-CAD-Modelle und BIM-Modelle.
Beim kinematischen Laserscanning werden 3D-Daten während der Bewegung des Scanners erfasst. Dadurch können bestimmte Bereiche schneller und flexibler aufgenommen werden als mit ausschliesslich stationären Scanpositionen.
Die VDE Villa Digital Engineering AG erstellt aus präzisen Bestandsaufnahmen je nach Projekt unter anderem Punktwolken, 2D-Grundrisse, Schnitte, Fassaden, 3D-CAD-Modelle und BIM-Modelle für Architekten, Ingenieure, Bauherren und Immobilienverantwortliche in der ganzen Schweiz.