Wer Angebote für die Erstellung eines 3D-Bestandsmodells vergleicht, stellt häufig grosse Preisunterschiede fest. Diese Unterschiede entstehen jedoch selten bei der Vermessung selbst, sondern vor allem bei der Auswertung der Punktwolke und dem Detailgrad des fertigen 3D-Modells.
Eine Frage hören wir deshalb immer wieder:
"Hallo Jan, warum ist euer Angebot deutlich höher?"
Wir freuen uns über diese Frage. Denn sie zeigt, dass sich der Kunde nicht nur für den Preis interessiert, sondern auch für die Qualität der gelieferten Planungsgrundlagen.
Der entscheidende Unterschied liegt meist im Detailgrad der 3D-Modellierung.
Nicht jedes 3D-Modell bietet die gleiche Qualität
In diesem Beitrag zeigen wir den Unterschied zwischen einfachen Übersichtsmodellen, die teilweise zu sehr günstigen Preisen angeboten werden, und den drei Zeichnungsstandards von VDE, welche speziell für die Anforderungen von Bestandsgebäuden entwickelt wurden.
Ein 3D-Laserscanner liefert zwar hochpräzise Messdaten. Wie detailliert diese Daten später modelliert werden, entscheidet jedoch über die Qualität und den Nutzen des fertigen 3D-Modells. Genau hier unterscheiden sich die verschiedenen Anbieter am Markt erheblich.
Warum unterscheiden sich die Preise?
In einem stark umkämpften Markt wie der Gebäudevermessung unterscheiden sich die Angebote nicht nur beim Preis, sondern auch beim Service, bei der Genauigkeit und vor allem bei der Detailtreue.
Wer die Auswertung vereinfacht oder auf Details verzichtet, kann deutlich günstiger produzieren und entsprechend tiefere Preise anbieten.
Ein reiner Preisvergleich ist deshalb oft schwierig. Entscheidend ist nicht nur die Vermessung selbst, sondern welche Qualität und welcher Detailgrad am Ende geliefert werden. Gerade bei Umbauten, Sanierungen und Renovationen sind präzise Bestandsdaten die Grundlage für eine sichere Planung.
Was passiert bei einer vereinfachten Modellierung?
Viele Qualitätsunterschiede entstehen während der Auswertung der Punktwolke. Werden vorhandene Verformungen nicht berücksichtigt, entstehen Modelle, welche zwar sauber aussehen, den tatsächlichen Gebäudezustand jedoch nicht korrekt wiedergeben.
Ein typisches Beispiel sind schiefe Dachbalken. Bei einfachen Auswertungen werden diese häufig als gerade Bauteile modelliert. In einzelnen Projekten konnten dadurch Abweichungen von bis zu 13 Zentimetern festgestellt werden.
Auch tragende Wände verlaufen bei Bestandsgebäuden häufig weder exakt horizontal noch vollständig vertikal. Werden diese Abweichungen ausserhalb der vereinbarten Toleranzen nicht übernommen, entstehen ungenaue Planungsgrundlagen.
Die Zeitersparnis bei der Modellierung spiegelt sich zwar im Preis wider, kann jedoch während der Planung oder Bauausführung zu erheblichem Mehraufwand führen.
Der Qualitätsanspruch von VDE
VDE verfolgt bewusst einen anderen Ansatz. Alle relevanten Bauteile werden entsprechend dem vereinbarten Zeichnungsstandard modelliert. Weisen Elemente eine Abweichung von mehr als 2 Zentimetern auf, werden diese realitätsgetreu dargestellt. Der zulässige Toleranzwert wird dabei jeweils gemeinsam mit dem Auftraggeber definiert und auf die Anforderungen des Projekts abgestimmt.
Dadurch entsprechen beispielsweise auch geneigte Dachbalken oder verformte Wände dem tatsächlichen Bestand. Diese Detailtreue schafft eine zuverlässige Grundlage für Architekten, Ingenieure und Fachplaner und trägt dazu bei, Planungsfehler sowie kostspielige Änderungen während der Bauphase zu reduzieren.
Qualität schafft Planungssicherheit
Wir sind uns bewusst, dass VDE nicht der günstigste Anbieter am Markt ist.
Es gibt durchaus Projekte, bei denen ein einfaches Übersichtsmodell ausreichend ist. Für komplexe Umbauten, Sanierungen oder denkmalgeschützte Gebäude reicht eine vereinfachte Modellierung jedoch oft nicht aus.
Unsere Stammkunden entscheiden sich deshalb bewusst für eine höhere Detailtiefe und eine präzise Auswertung der Punktwolke.
Denn hochwertige Bestandsmodelle schaffen das, was in jedem Bauprojekt entscheidend ist - Planungssicherheit.
Häufige Fragen
Warum gibt es grosse Preisunterschiede bei 3D-Bestandsmodellen?
Der grösste Unterschied liegt im Detailgrad der Modellierung. Eine vereinfachte Auswertung spart Zeit, bildet den tatsächlichen Gebäudezustand jedoch oft weniger präzise ab.
Warum ist die Detailtreue so wichtig?
Bereits kleine Abweichungen können bei Umbauten oder Sanierungen zu Planungsfehlern und zusätzlichen Kosten führen. Je präziser das Bestandsmodell ist, desto zuverlässiger ist die Grundlage für die weitere Planung.
Wie modelliert VDE Bestandsgebäude?
VDE arbeitet mit eigenen Zeichnungsstandards. Je nach Projekt werden Bauteile entsprechend der vereinbarten Genauigkeit und Toleranz realitätsgetreu modelliert, damit das fertige Modell den tatsächlichen Gebäudezustand möglichst exakt widerspiegelt.