Bei Grossprojekten und Arealentwicklungen zeigt sich immer wieder dasselbe Muster:
Die grösste Herausforderung ist nicht der Entwurf.
Sie liegt im Bestand.
Gewachsene Strukturen, unterschiedliche Bauphasen, fehlende oder widersprüchliche Unterlagen – genau das macht Projekte im Bestand so anspruchsvoll. Und genau hier entscheidet sich, ob Planung effizient funktioniert oder unnötig kompliziert wird.
Drei VDE Projekte zeigen, wie unterschiedlich diese Ausgangslagen sein können – und warum eine klare Datengrundlage entscheidend ist.
Spisermarkt St. Gallen – gewachsene Strukturen im Herzen der Altstadt
Mitten in der St. Galler Altstadt liegt ein Gebäudekomplex mit gemischter Nutzung: Verkaufsflächen im Erdgeschoss, darüber Wohnungen und Büros.
Was auf den ersten Blick klar wirkt, zeigt im Detail eine ganz andere Realität:
unterschiedliche Baujahre, zahlreiche Umbauten und eine Struktur, die sich über Jahre hinweg entwickelt hat.
Gerade in solchen Situationen reichen bestehende Pläne oft nicht aus.
Sie bilden den tatsächlichen Zustand nur teilweise ab.
Durch die 3D-Vermessung entsteht ein vollständiges Bild des Bestands – inklusive aller geometrischen Besonderheiten.
Erst dadurch wird sichtbar, wie die einzelnen Gebäudeteile tatsächlich zusammenhängen.
Sunnemärt Bremgarten – vom Bestand zum vollständigen BIM-Modell
Beim Einkaufszentrum Sunnemärt treffen unterschiedliche Nutzungen direkt aufeinander:
Im Erdgeschoss ein Supermarkt, darüber zwei Wohngeschosse.
Hier ging die Anforderung über eine reine Bestandesaufnahme hinaus.
Es wurde ein vollständiges 3D-BIM-Modell erstellt.
Das bedeutet: Neben der Geometrie wurden auch zusätzliche Informationen aus der Planung integriert.
Mehrschichtige Decken- und Bodenaufbauten, konstruktive Details und weitere relevante Daten fliessen direkt ins Modell ein.
So entsteht nicht nur ein Abbild des Bestands, sondern eine digitale Grundlage, die direkt in der weiteren Planung genutzt werden kann.
Siedlung Schweighof Zürich – Präzision als Voraussetzung für zukünftige Eingriffe
Die Siedlung Schweighof umfasst 69 Reihenhäuser und stellt damit eine ganze Wohnanlage dar.
Mit der Unterschutzstellung sind die Anforderungen an zukünftige Umbauten deutlich gestiegen.
Eingriffe müssen präzise geplant und sorgfältig abgestimmt werden.
In solchen Projekten ist ein ungenauer Bestand keine Option.
Jede Abweichung kann direkte Auswirkungen auf Planung, Kosten und Bewilligung haben.
Das 3D-Bestandesmodell schafft hier die notwendige Sicherheit:
Es bildet die Grundlage, um bestehende Strukturen korrekt zu verstehen und zukünftige Massnahmen gezielt darauf aufzubauen.
Warum der Bestand über den Projekterfolg entscheidet
Diese drei Projekte sind unterschiedlich – und trotzdem verbindet sie ein zentrales Thema:
Der Bestand ist komplex.
Und genau deshalb braucht es Klarheit.
Typische Herausforderungen im Bestand:
Ohne eine verlässliche Datengrundlage entstehen Unsicherheiten, die sich durch das gesamte Projekt ziehen.
Von Komplexität zu Klarheit
Ein präzises 3D-Bestandesmodell schafft genau diese Grundlage.
Es macht komplexe Zusammenhänge sichtbar, reduziert Interpretationsspielräume und ermöglicht eine durchgängige Planung auf derselben Basis.
Am Ende geht es nicht um Technologie.
Es geht darum, dass Planung funktioniert.
Und genau das beginnt immer beim Bestand.