Der Wohnraummangel wird oft mit Neubau beantwortet.
Gleichzeitig zeigt sich immer deutlicher: Ein grosser Teil des Potenzials liegt bereits im Bestand.
Der Begriff „unsichtbarer Wohnraum“ beschreibt Flächen, die vorhanden sind, aber nicht genutzt werden.
Dachgeschosse, Leerstände oder ungenutzte Gebäudeteile können zusätzlichen Wohnraum schaffen, ohne neue Flächen zu beanspruchen.
Herausforderung Bestand
In der Praxis ist die Aktivierung dieses Potenzials anspruchsvoll.
Bestehende Gebäude sind selten eindeutig dokumentiert.
Sie sind über Jahre gewachsen, verändert und häufig geometrisch unregelmässig.
Pläne stimmen oft nicht mehr mit der Realität überein.
Genau hier entstehen Unsicherheiten in der Planung.
Die Rolle der Bestandsaufnahme
Jede Umnutzung oder Nachverdichtung beginnt mit einer zentralen Frage:
Was ist tatsächlich vorhanden?
Eine präzise Bestandsaufnahme schafft die Grundlage für:
– verlässliche Planung
– reduzierte Risiken
– gezielte Eingriffe im Bestand
3D Bestandesmodelle als Grundlage
Mit Laserscanning erfasste Punktwolkendaten ermöglichen die Erstellung von 3D Bestandesmodellen, die den Ist-Zustand exakt abbilden.
Diese Modelle helfen dabei:
– ungenutzte Flächen zu identifizieren
– Umbauten sicher zu planen
– bestehende Strukturen effizient weiterzuentwickeln
Fazit
Der Bestand ist eine der wichtigsten Ressourcen im Bauwesen.
Wer ihn präzise erfasst und versteht, kann zusätzlichen Wohnraum schaffen, ohne neu zu bauen.
Die Grundlage dafür ist ein realistisches, belastbares Abbild des Bestehenden.
Denn: Wenn der Bestand nicht stimmt, stimmt die Planung nicht.